Fischauge Ulm  
     
 
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Fischauge Ulm - Neue Mitte
Neue Mitte Fischerviertel
 
Die Ulmer Wiedervereinigung
 
 
 
Die Ulmer haben es wieder einmal vollbracht: mit der Realisierung der Neuen Mitte im Zentrum der Stadt, zwischen Fischerviertel und Münsterplatz, setzt sich die lange Stadttradition fort, visionäre Ideen mit der Tatkraft der Gegenwart und einem Blick für die Zukunft zu gestalten und voranzubringen.
Schon zu Zeiten des langwierigen Münsterbaus (1377 – 1890) zweifelten viele an der Umsetzung des gewaltigen Vorhabens. Heute gehört der 161,53 m in den Himmel ragende und damit höchste Kirchturm der Welt mit seinen 768 Stufen zu den Wahrzeichen der Stadt. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Zentrum der mittelalterlichen Stadt um den Münsterbau herum geprägt von den prächtigen Fassaden der Fachwerkbauten und historischen Gebäuden, die sich vom Fischerviertel hinauf über den Weinhof und dem Rathausplatz bis hin zum Münsterplatz erstreckten. Dieses einst so malerische und über viele Jahrhunderte entstandene Stadtbild wurde in den Jahren 1944/45 durch die Bomben der Luftangriffe zerstört. Weite Teile der Altstadt wurden bis auf die Grundmauern zerstört. Der Krieg hatte eine Schneise zwischen Münster und Fischerviertel geschlagen. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde 1948 der Bau einer vierspurigen, auf Höhe des Rathauses sogar sechsspurigen Strasse beschlossen: die Neue Straße.

Bald aber spürten die Ulmer Bürger, dass diese neue Trasse zwischen Fischerviertel und Münsterplatz ihre geliebte historische Altstadt in zwei Teile trennte. Dichter Autoverkehr dominierte das Bild und verdrängte die Flaneure und Besucher aus dem Herzen der Innenstadt. Die Stadtneuplanung der Nachkriegszeit hatte sich radikal über den alten Stadtgrundriss hinweggesetzt. Mit bis zu 30 000 Autos am Tag war die Ulmer Innenstadt während der 80er und 90er Jahre einer Verkehrbelastung ausgesetzt, die der mancher Autobahnen glich. Das einstigste Leitbild einer autogerechten Stadt ist inzwischen veraltet und entspricht nicht mehr der heutigen Vision einer modernen, touristen-, bürgerund kundenfreundlichen Innenstadt. Dies wird ganz besonders am Projekt Neue Mitte deutlich.

Wer als Besucher oder Tourist vor 20 oder 30 Jahren schon einmal die historische Münsterstadt an der Donau besucht hat und dieser Tage wieder zu Gast in Ulm ist, wird sich bestimmt vor Staunen erst einmal die Augen reiben: dort, wo nämlich einst die bis zu 30m breite Neue Straße den West- mit dem Ostteil der Stadtverband und den nördlichen vom südlichen Teil trennte, zeigt sich heute ein völlig neues Bild. Mit der Neuen Mitte direkt im Ulmer Zentrum ist ein neuer und moderner urbaner Lebens-, Kultur- und Geschäftsraum entstanden, der den Blick auf eine zukunftsorientierte Innenstadtplanung eröffnet, ohne dabei Historie und Traditionen aus den Augen zu verlieren.

Zwischen Ulmer Münster und Donau erhebt sich in vielfältigster Gestalt das neue Zentrum der Stadt Ulm. Die innerstädtische Einöde und architektonische Monotonie der einstigen Stadtautobahn Neue Straße sind der freundlichen und einladend anmutenden Neuen Mitte gewichen, der es gelingt, neue Akzente in das Stadtbild zu zeichnen, ohne die historische Charakteristika der Innenstadt dabei in den Hintergrund zu stellen. Innerstädtische Funktionen und architektonische Formen erfahren hier eine Symbiose, die sich in fünf zentralen Elementen der Neuen Mitte ausdrückt.

Im westlichen Teil der Neuen Mitte beherbergt das moderne und auf Funktion ausgerichtete Gebäude des Museums Sammlung Weishaupt eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst im Süden Deutschlands. Das in drei Baukörper strukturierte Gebäude des Architekten Wolfram Wöhr gibt, wie Siegfried Weishaupt es beschreibt, „dem Kunstobjekt eine Chance“. Auf einem gläsernen Sockel empor steigend schmiegt sich der moderne Bau zwar auffällig und betonend, aber dennoch zurückhaltend und respektvoll an seine neue Umgebung an.

Am Haupteingang der Kunsthalle gibt der Hans-und-Sophie-Scholl-Platz den Blick auf das einmalige und historische Ulmer Rathaus frei. Ergänzt wird diese Fläche mit weiteren Ruheorten und Fußgängerbereichen, die zum einen die nötigen Freiräume innerhalb der mächtig wirkenden „Architektur-Meile“ schaffen und zum anderen die einst getrennten
Teile der Altstadt wieder vereinen. Mit dem Rückbau der Stadtautobahn, ohne dabei den Verkehr ganz aus der Innenstadt zu verbannen, ist den Ulmern Stadtplanern ein Geniestreich gelungen, der in der ganzen Republik vergeblich seines Gleichen sucht.

Dem Museum Sammlung Weishaupt direkt gegenüberliegend bildet das neue Dienstleistungscenter der Sparkasse Ulm die architektonische Überleitung von Rathaus und Fischerviertel zum Münsterplatz. Die Komposition des neuen, von dem Münchner Architekten Stephan Braunfels entworfenen Gebäudes, gliedert sich kunstvoll in die historische Umgebung ein. Das moderne Bauwerk symbolisiert die zentrale Rolle von Dienstleistung und Wirtschaft in Ulms Neuer Mitte. Neben Kunst, Kultur, Freizeit und Lebensqualität ist der Wirtschaftsstandort Ulm ein wichtiges Thema der neuen Innenstadt.
Der ebenfalls von Stephan Braunfels entworfene keilförmige Hochbau Münstertor erhebt sich an der Nordseite des neuen Sparkassengebäudes und verknüpft die klare Architektursprache der Neuen Straße mit dem Stadthaus und der historischen Baukunst des Ulmer Münsters. Hier entsteht ein hochwertiges City-Kaufhaus der Firma Inhofer aus Senden.

Mit diesen fünf zentralen Elementen der Neuen Mitte ist es den Ulmer Stadtplanern gelungen, die historische Innenstadt wieder zu vereinen und die alte und überdimensionale Straßenfläche in einen neuen urbanen Lebensraum zu verwandeln, in dem Wirtschaft, Handel und Dienstleistung gleichwertig neben Kunst, Kultur und Freizeit stehen. Die oft als paradox empfundene Beziehung zwischen Tradition und Moderne, Vergangenheit und Zukunft findet hier in Ulms Neue Mitte einen gemeinsamen Raum, der die Donaustadt als eine offene, lebendige und moderne kleine Großstadt im Herzen Europas positioniert und den Blick voller Zuversicht für eine erfolgreiche Zukunft öffnet.

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